Reise durch Karnovia - Ban’dur, Nordosten

Nach einigen Schwierigkeiten mit den Rau-ri ist es mir gelungen wieder ein Stück in die Berge zu kommen und mich dort zu verstecken. Über mir ragen die steinernen Gesichter der alten Zwergenbinge Ban'dur auf. Als ich jünger war, habe ich mir oft geschworen eines Tages mit ein paar tapferen Abenteurern hierher zu kommen und die dunklen Hallen zu erforschen. Heute missfällt mir alleine schon der Gedanke, dass ich hier mein Lager aufschlagen muss. Es ist allgemein bekannt, dass es hier keine Zwerge mehr gibt. Wichtiger allerdings ... es scheint hier auch sonst nichts zu geben was lebt. Von den Toten spreche ich nicht. Was dort im Dunkeln lauert, bleibt heute Nacht auch besser dort.

Mir sind ein paar Zeilen eingefallen: 

Ban'dur, tief im Dunkeln. 
Ban'dur, wie ein Schatten in meinem Rücken. 
Ban'dur, du würdest mich verzücken, 
würd man über dich nur gutes munkeln.

Ich schätze, mein bestes Gedicht wird es nicht.

Reise durch Karnovia - Siebgrund

Natürlich. Ausgerechnet wenn ich zur Mittagszeit unter einem Baum einschlafe, kommt eine Patrouille vorbei. Schön blöd, Kaspar. Glücklicherweise hat man mich nicht erkannt, wohl aber mein Instrument. Heute Abend durfte ich in der Kaserne für die Soldaten spielen. Gutes Essen, harter Alkohol und Frauen aus den Arbeiterquartieren. Die Stimmung war hart und ungehobelt, wie ich es von den Soldaten des Fürsten gewohnt bin. Um einen aufkeimenden Streit zwischen zwei Offizieren zu entschärfen, habe ich ein Lied zum Mitsingen gespielt, die Stimmung wurde aber jäh zerstört, als der kommandierende Ritter die Kaserne betreten hat. Seine kalten, eisigen Augen haben mir eine Scheißangst eingejagt. Wenigstens haben sie mich gehen gelassen. Die Nacht verbringe ich an der Stadtmauer. Es regnet. Hauptsache raus.

Reise durch Karnovia - Tal von Ban’dur, Nordosten

Nach einer kurzen Nacht ohne schlimmere Vorkommnisse habe ich der Festung den Rücken gekehrt und bin wieder hinab ins Tal gestiegen. Der Duft von Blumen und Gräsern empfängt mich. Ich befinde mich nahe des Dorfes Siebgrund, eine Ansiedlung von Bergarbeitern und Steinmetzen. Leider hatte ich bei meiner letzten Reise einige Schwierigkeiten mit der Stadtwache und den Soldaten des Fürsten wegen einer Äußerung hinsichtlich bestimmter Gliedmaßen des Wachkommandanten, daher habe ich mich dieses Mal gegen einen Aufenthalt entschieden.

Man sollte vielleicht festhalten, dass man in Siebgrund großteilig Stein schlägt. Die Minen geben kaum Erze her, obwohl der Fürst die Bemühungen in den letzten Jahren stark erhöht hat. Es finden sich Menschen aus allen Teilen Karnovias hier. Die meisten werden zur Arbeit gezwungen, weil sie des Fürsten Steuern nicht zahlen konnten oder sich sonst wie seinen Unmut zugezogen haben. Einige wenige haben das Pech, in der Stadt geboren worden zu sein.

Reise durch Karnovia - Altenweid

Habe das Dorf Altenweid erreicht. Die knorrige alte Weide steht immer noch im Herzen der Stadt, die wenigen Hütten klammern sich an den Dorfkern wie Ertrinkende an einen Baumstamm. Obgleich man mich hier empfängt wie einen verlorenen Sohn, schmerzt mich der Anblick. Das Lachen ist verschwunden, seit der Fürst als drakonische Maßnahme alle Kinder hat abholen lassen. Der Dorfvorsteher erzählt mir lange, wie es ihnen ergangen ist. Die Stimmung ist mutlos. Ich versuche ein wenig Licht ins Dunkel der Nacht zu bringen, aber wirklich gut kommen nur die traurigen Balladen an. Die alte Weide wiegt sich im Klang meiner Stimme und wiederholt glaube ich, dass sie mit dem Dorf trauert. Einige der jüngeren haben letztens den Versuch unternommen, im Alten Moor ein verstecktes zweites Dorf zu errichten. Sie sind nie zurückgekehrt.

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