Reise durch Karnovia - Nordlauf

Das Dorf am Rauseefall gilt als recht fürstennah. Ich bin daher sehr vorsichtig. Einige wichtige Offiziere haben hier Familien, insgesamt lebt man hier recht gut. Trotzdem, auch hier höre ich von verschleppten Kindern, erhöhten Steuern und einer angespannten Stimmung. Kürzlich gab es vermehrte verschwundene Personen in der Stadt. Die Geschichte über die ertrunkene Kompanie kommt mir in den Sinn, ich bin dabei nicht der einzige.

Abends gebe ich ein kleines Konzert an der großen Wassermühle. Vor allem junge Männer sind da, ich kann einige meiner besten Stücke spielen. Die meisten wollen sich der Armee des Fürsten anschließen. Weil es besser ist zu unterdrücken, als unterdrückt zu werden. Pragmatismus ist an diesem Abend mein ständiger Begleiter.

Reise durch Karnovia - Nordlauf, Gasthaus

Habe beschlossen noch einen Tag hier zu bleiben. Es regnet in Strömen und meine Schuhe müssen geflickt werden. Habe heute Abend das erste Mal den Totenbaum vorgetragen, verhaltener Erfolg bei der Stadtbevölkerung. Andererseits, wenn sie mich hier nicht dafür aufhängen, ist es in den Dörfern bestimmt ein echter Renner. Ansonsten machen Gerüchte die Runde. Der Fürst habe weitere Soldaten rekrutieren lassen, obwohl es keine Feinde an den Grenzen gibt. Es heisst in den Dörfern würde der Widerstand wachsen. Kein Wunder, nachdem die Kinder eingesammelt wurden. Ansonsten die üblichen Sachen … der Professor führe Experimente mit Menschen durch, die Straßen seien nicht mehr sicher, verschwundenes Vieh und wie immer die Legende vom verwunschenen Rausee.

Hatte ein Gespräch mit einem jungen Offizier aus den Truppen des Fürsten. Er lies durchblicken, dass man in der Truppe mit Krieg rechnen würde. In den nächsten Jahren. Angeblich liefen die Vorbereitungen bereits.

Na da wollen wir doch mal sehen, ob wir das nicht im Keim ersticken können.

Reise durch Karnovia - Im Schloß

Nun … das lief so gar nicht nach Plan. Der Plan war eigentlich, kurz einen Blick auf das Schloß zu werfen und dann schnell weiter zu reisen. Falsch gedacht. Nun, das Schloß sah quasi aus wie immer auf den ersten Blick. Ein paar Kutschen zu viel, war der letzte relevante Gedanke, bevor wie aus dem Nichts - und das meine ich so - eine schwarzgerobte Gestalt vor mir stand. Magier. Immer wieder eine unangenehme Überraschung. Insbesondere wenn sie von unserer sogenannten Schule der Macht stammen. Klar … Macht. Über andere. Aber nun gut. Spielen sollte ich. Na klasse. Der Fürst hatte mich wohl doch bemerkt.

Nunja … und so war es auch. Unter wachsamen Augen wurde ich ins Schloß geleitet, wo man mir kurz die Gelegenheit gab mich frisch zu machen und dann in den Ballsaal führte. Ich gebe zu, mir läuft es alleine bei dem Gedanken daran immer kalt den Rücken herunter, aber was tut man nicht alles für die Freiheit andere Länder bereisen zu dürfen.

Interessante Gästeschar. Der Oberste Kommandant und der Erste Richter waren da. Der Fürst natürlich. Eine Menge Adelige, aber ich kam nicht umhin zu bemerken, dass viele von ihnen auch militärische Ränge trugen. Und überall Blutritter. Wie gesagt, kein schöner Abend für mich.

Ich trug ein paar schaurige Lieder vor, von denen ich wusste das sie gut ankamen, erzählte von meiner letzten Reise, von meinen Erlebnissen in den Nachbarländern. Es scheint, als würde der Fürst gerne wissen, wie es um die militärische Stärke dort bestellt ist. Übertreiben schien mir angebracht, aber ich wollte mein Glück nicht strapazieren und beließ es bei den Fakten. Mir schwant übles für die Zukunft.

Reise durch Karnovia - Straße nach Graufurt

 

Ohne zu viel Aufsehen zu erregen, besorge ich mir ein Pferd und reite im strömenden Regen nach Süden. Düsterbach meide ich bewusst, denn ich weiss nicht ob man mich beobachtet. Der Tag rückt näher. Hoffentlich geht alles glatt. Wir gehen alle ein hohes Risiko ein, schon alleine mit dem Versuch den wir da unternehmen. Hoffentlich kommt überhaupt jemand. Es wäre schade, Tinea und die anderen enttäuschen zu müssen.

 

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